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Führen alle Wege zum gleichen Ziel?

Unsere Zeit ist geprägt von Pluralismus. Dies äußert sich u.a. ­darin, dass höchst unterschiedliche Wertvorstellungen und religiöse Überzeugungen scheinbar gleichwertig neben­einanderstehen. Im Zuge der Aufklärung und des Rationalismus wurde die absolut gültige Wahrheit »abgeschafft«. Außerordentlich unterschiedliche, ja gegensätzliche Überzeugungen scheinen zulässig und richtig zu sein. Auch hat man keine Probleme damit, Vorstellungen, die in keiner Weise miteinander zu vereinbaren sind, »unter einen Hut zu bringen«. So glauben z.B. heute viele, dass alle Religionen gleich »richtig« sind und zum selben Ziel führen. Doch auch, wenn Menschen den Nebel der Gleichheit versprühen und alles Mögliche mit dem Etikett »gleich gültig« und »gleichwertig« versehen, können sie doch die Realität nicht aus der Welt schaffen und nicht verhindern, dass es tatsächlich Richtig und Falsch gibt. Bei dem einzig wahren Gott jedenfalls existiert eine absolute Wahrheit. Die christliche Botschaft besteht nicht aus einem Kompromiss, sondern aus einem großen Entweder-oder. Dies verdeutlicht Jesus Christus in sehr einprägsamer Weise in dem kurzen und schlichten Bildwort von den zwei Wegen: »Geht ­hinein durch die enge Pforte! Denn weit ist die Pforte und breit ist der Weg, der zum Verderben führt, und viele sind es, die auf ihm hineingehen. Wie eng ist die Pforte und schmal ist der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden«. (Matthäus 7:13-14). Der Sohn Gottes lässt keinen Zweifel daran, dass es nur zwei Tore, zwei Wege und zwei Ziele gibt. Unter »Weg« muss man hier die Summe der lebensbestimmenden Maßstäbe eines Menschen verstehen. Der eine Weg ist Jesus Christus selbst; in Johannes 14:6 sagt er: »Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.« Zur Zeit der Urgemeinde nannte man die, die ihm nachfolgten, Menschen, »die des Weges« sind (Apostelgeschichte 9:2). Der zweite Weg ist der anderer Maßstäbe und Normen, anderer Ideologien und anderer Götter. Dieser Weg ist breit und geräumig, ohne enge Begrenzungen. Hier kann man leben, wie man will; hier ist alles möglich. Man kann stolz und hochmütig, habsüchtig und geizig, selbstsüchtig, geltungssüchtig und unversöhnlich sein. Man kann andere belügen und betrügen; man kann auch selbstlos sein und sich für andere einsetzen oder gar aufopfern. Auf dem breiten Weg hat alles Platz, vom hochanständigen, sozial engagierten Menschen bis hin zum Schwerverbrecher. Hier kann man Namenschrist, also gelegentlicher Kirchgänger ohne innere Bindung an Jesus Christus, Gottesleugner, New-Age-Anhänger oder sonst etwas sein. Der Ich-Weg scheint leicht und bequem zu sein. Hier hat man zahlreiche Weggefährten und kann seine Verfehlungen entschuldigen mit dem Gedanken: »Das tun doch alle.« Dies ist jedoch eine gefährliche Einstellung, denn wer macht, was »alle« machen, bekommt auch, was »alle« bekommen. Der Ich-Weg hat zwei gravierende Nachteile. Er führt »ins Verderben« (V. 13) und er verletzt und beraubt andere. Wer sich die Freiheit nimmt, die Verkehrsregeln zu missachten, gefährdet andere Verkehrsteilnehmer. Wer sich die Freiheit nimmt, zu stehlen und zu betrügen, der schadet einem anderen. Wer sich die Freiheit nimmt, Gott zu ignorieren, beraubt ihn der Ehre, die ein Geschöpf seinem Schöpfer schuldet. Der Jesus-Weg ist schmal und begrenzt; die guten und hilfreichen Leitplanken der Gebote Gottes engen ihn ein. Vergeltung, Diebstahl aller Art, ein Leben nach eigenem Gutdünken sind hier nicht möglich. Alles, was Gott nicht gefallen kann, hat hier nichts zu suchen. Dieser Weg hat schon eine gewisse Breite, er gleicht nicht permanenter Gratwanderung, er lässt eine gewisse Bandbreite an Möglichkeiten zu, aber er gleicht keinesfalls einem pluralistischen »Markt der Möglichkeiten«; die Bandbreite ist weder ufer- noch konturlos. Am Anfang der beiden Wege stehen zwei Tore. Durch das breite Tor strömen die Massen. Der Gang durch das enge Tor ist offensichtlich weniger selbstverständlich und leicht. Darauf weist der Ausruf »Wie eng ist die Pforte …!« hin und auch die Aufforderung einzugehen. Durch dieses Tor geht nur, wer, nachdem er den Ruf in die Nachfolge Jesu gehört hat, diesem Ruf auch Folge leistet. Dabei muss er hinderliches Gepäck wie Selbstgerechtigkeit und Stolz zurücklassen. Die große Mehrheit ist auf der Straße ohne Gott unterwegs. Dieser Umstand vermittelt ein falsches Sicherheitsgefühl, weil man sich nicht vorstellen kann, dass so viele sich irren. Dabei vergisst man, dass in der Geschichte der Menschheit die Mehrheit durchaus nicht immer den richtigen Weg gegangen ist. Denken wir nur an den Massenwahn des Nationalsozialismus. Der breite Strom der Gehenden trägt mit dazu bei, dass den Vielen nicht bewusst ist, dass sie sich auf der Straße des Todes befinden, der Straße, die »ins Verderben« führt; denn wer Gott in der Zeit nicht sucht, wird ihn in der Ewigkeit nicht finden. Diese kurze, bildhafte Rede Jesu vermittelt einige wesentliche Wahrheiten: · Ob ein Mensch an Jesus Christus glaubt oder nicht, ist nicht durch das Schicksal oder die Veranlagung vorgegeben, sondern hängt vielmehr von einem Entschluss ab. Maßgeblich ist nämlich von unserer Seite her, ob wir die Entscheidung, der Aufforderung »Geht hinein durch die enge Pforte!« Folge leisten oder nicht. · Auf dem breiten Weg befinden sich alle Menschen von Geburt an; sie müssen nichts tun, um darauf zu bleiben. Das Überwechseln auf den schmalen Weg vollzieht sich in Buße und Bekehrung, also dem Eingeständnis, auf dem falschen Weg gewesen zu sein, und dem Entschluss, eine 180-Grad-Wende vorzunehmen und auf Gott zuzugehen. · Jesus Christus ist nicht nur der Weg, und zwar der einzige Weg (Johannes 14:6), sondern auch das Tor (vgl. Johannes 10:7) und das Ziel des Weges (vgl. Kolosser 1:16). Es gibt keine humanistische, buddhistische, muslimische oder esoterische Tür zum Himmel. Das einzige Code-Wort, das uns die Tür zum Himmel öffnet, ist »Jesus Christus«. · Es gibt nur ein großes Entweder-oder. Im Zeitalter des Pluralismus und des Synkretismus, also der Religionsvermischung, ist es unpopulär zu sagen, dass es kein drittes Tor, keinen (goldenen) Mittelweg, keine neutrale Gruppe von Menschen und kein »neutrales« Ziel gibt, aber genau dies ist die Wahrheit. In vielen Lebensbereichen empfiehlt man zu Recht ein maßvolles Verhalten, einen »goldenen Mittelweg«. Aber wenn es um letztgültige, ewige Wahrheiten geht, gibt es einen solchen Mittelweg nicht. Jesus Christus, der Sohn Gottes, spricht im 7. Kapitel des Matthäus-Evangeliums von dem großen Entweder-oder: einem breiten und einem schmalen Weg, einer weiten und einer engen Pforte, einem faulen und einem guten Baum, einem törichten und einem klugen Mann sowie einem auf Sand und einem auf Felsen gebauten Haus. Man kann nicht gleichzeitig auf dem breiten und auf dem schmalen Weg gehen und kann auch nicht zugleich durch das breite und durch das enge Tor eintreten. Wer nicht auf dem schmalen Weg geht, ist zwangsläufig auf dem breiten unterwegs, und wer sich nicht auf dem Weg zum Himmel befindet, bewegt sich in Richtung Hölle. Nach dem Urteil Gottes gibt es nur zwei Gruppen von Menschen auf dieser Erde; die Gerechtgesprochenen und die Gottlosen. Auch Sie, lieber Leser, gehören einer dieser beiden Gruppen an. Welcher? Zwei große Herrscher regieren die Welt: Gott und Satan. Auch Sie dienen einem von ihnen. Welchem? Es gibt zwei Wege, die durch die Zeit in die Ewigkeit führen: den breiten und den schmalen. Auch Sie befinden sich auf einem dieser Wege. Auf welchem? Es gibt zwei Arten zu sterben: »im Herrn« oder »in den Sünden«. Auch Sie werden auf die eine oder andere Weise sterben. Auf welche? Seien Sie klug! Vertrauen Sie Ihr Leben Jesus Christus an und gehen Sie damit ein durch die enge Pforte! Wählen Sie den schmalen Weg und bleiben Sie auf ihm, damit Sie auch das himmlische Ziel erreichen! Gott segne Sie! Werner Graf Gott in der Natur – das allein reicht nicht »Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk.« »Das Gesetz des Herrn ist vollkommen und erquickt die Seele. Das Zeugnis des Herrn ist gewiss und macht die Unverständigen weise.« (Psalm 19:2 und 8) Seit Jahren höre ich Naturfreunde so oder ähnlich schwärmen: »Es geht nichts über einen Sonntagmorgen in der Natur! Welch ein Wunder, wie die Sonne aufgeht und die Natur erwacht!« Damit meinen sie sehr oft: »Ich brauche keine Kirche.« – Ja, auch ich liebe die Natur und sie weckt große Freude in mir. Und doch ist das weit entfernt von der Freude, Gott zusammen mit seinen Kindern in einem Gottesdienst anzubeten und zu verherrlichen. Wer Gott ausschließlich in der Natur sucht, wird Ihn dort nicht finden und auch nicht zu wahrer Anbetung gelangen. Wir brauchen Gottes Wort! Ohne das Wort Gottes gibt es eigentlich keine wahre Anbetung. Warum das so ist? Weil Gott sich in seinem Wort vollkommen offenbart. David bringt das in Psalm 19 zum Ausdruck. David war Hirte und spricht von der wunderbaren Schöpfung Gottes, weil er sie Morgen für Morgen erlebt hat. Er beginnt mit den Worten: »Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk.« Die Himmel sind von allem, was Gott geschaffen hat, das majestätischste Wunderwerk. Sonne, Mond und Sterne und die herrlichen Anblicke, die sie uns jeden Morgen und jede Nacht bieten, erzählen von der Ehre Gottes. Und David fügt hinzu: »… und die Feste verkündigt seiner Hände Werk.« David fährt fort: »Ein Tag sagt’s dem andern, und eine Nacht tut’s kund der andern, ohne Sprache und ohne Worte; unhörbar ist ihre Stimme.« Jedes Mal, wenn die Sonne morgens aufgeht und der Mond abends am Himmel erscheint, wird uns lautlos eine Predigt gehalten. Sie wird in einer Sprache gesprochen, die jeder ohne Übersetzer verstehen kann. Von einem Ende bis ans andere Ende der Erde bezeugen die Himmel die Schöpfung Gottes. »Ihr Schall geht aus in alle Lande und ihr Reden bis an die Enden der Erde.« David beobachtet weiter: »Er hat der Sonne ein Zelt am Himmel gemacht.« Von den Wunderwerken am Himmelszelt ist die Sonne das größte. Jeder kann ihr Licht und ihre Wärme spüren. Wenn sie am Abend untergeht, ist es, als gehe sie in ein dunkles Zelt. Am Morgen dagegen, so beobachtet David, »geht sie heraus wie ein Bräutigam aus seiner Kammer und freut sich wie ein Held, zu laufen ihre Bahn.« David ist von Gottes Schöpfung, und ganz besonders von den Himmeln, begeistert. Doch David zieht hier für sich keinen Schlussstrich. Gott offenbart sich in Seinem Wort In den Versen 8-15 zeigt er uns, dass das Wort Gottes uns nicht nur als Inspiration zur Anbetung dient, sondern die vollkommene Offenbarung Gottes ist. David versucht nicht, das Wort Gottes mit der Schöpfung zu vergleichen, als seien es Konkurrenten. Er zeigt, dass die Schöpfung eine Art Hintergrund für Gottes Wort und Gottes Offenbarung ist. »Das Gesetz des Herrn ist vollkommen und erquickt die Seele. Das Zeugnis des Herrn ist gewiss und macht die Unverständigen weise«, bekennt David in Vers 8. Gottes Wort ist vollkommen! Wenn jemand Gott anbeten will, muss er das Wort Gottes präsent haben. In den Versen 12-14 zeigt David, wie das Wort Gottes, und das Wort Gottes allein, Schuld erkennen lässt: »Auch lässt dein Knecht sich durch sie warnen; und wer sie hält, der hat großen Lohn. Wer kann merken, wie oft er fehlet? Verzeihe mir die verborgenen Sünden! Bewahre auch deinen Knecht vor den Stolzen, dass sie nicht über mich herrschen; so werde ich ohne Tadel sein und rein bleiben von großer Missetat.« Die »Himmel«, die Schöpfung kann kein Herz zur Einsicht bringen. Das schafft nur das Wort Gottes. Vers 15 macht deutlich, wie das Wort Gottes Ursprung der Anbetung wird, wenn jemand ein Leben mit Gott führen möchte. »Lass dir wohl gefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir, Herr, mein Fels und mein Erlöser.« In der Schöpfung Gottes können wir Seine Größe und Weisheit betrachten. Aber wir brauchen vor allem das Wort Gottes, damit sich unser Leben verändern kann und wir zu wahrer Anbetung gelangen können. Kurzbotschaften Anders als gedacht Der Herausgeber einer amerikanischen Tageszeitung erhielt von einem reichen Farmer, der gern spottete, den folgenden Brief: »Sehr geehrter Herr, dieses Jahr habe ich einen interessanten Versuch unternommen. Im Frühjahr habe ich jeden Sonntag gesät, anstatt unter Gottes Wort zu gehen. Während des Sommers habe ich jeden Tag auf dem Feld gearbeitet, und jetzt im Herbst habe ich jeden Sonntag geerntet und gepflügt. Und meine Ernte ist wesentlich besser und ergiebiger als die Ernte meiner Nachbarn, die nur Wochentags gearbeitet haben und das vierte Gebot »Du sollst den Ruhetag heiligen« befolgten. Was sagen Sie nun dazu, mein sehr verehrter Herr?« Der Herausgeber veröffentlichte diesen Brief ungekürzt in der nächsten Ausgabe seines Blattes. Und unter den Brief ließ er mit großen Buchstaben seine Antwort drucken: »GOTT PRÄSENTIERT SEINE RECHNUNG NICHT IMMER IM OKTOBER« (aus: Anders als gedacht)
veröffentlicht am 11.6.2009

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